Das neu gewählte Präsidium, Gesamtvorstand und Revisoren.

Von Links hinten: Rolf Hurlebaus Vizepräsident, Henry Szafranski Revisor, Helmut Losert Gesamtvorstand,          

Eberhard Dismar Gesamtvorstand, Klaus Otto Präsident, Jürgen Wahl Gesamtvorstand, vorne von links: Manfred Neumann Gesamtvorstand, Monika Albert Revisorin, Heidrun Horn Revisorin, Jutta Kerler Schriftführerin, Rolf Dettling Gesamtvorstand, Hannelore Aigner Schatzmeisterin, Ralf Bernd Herden Verbandsanwalt.Nicht im Bild Dieter Schneider Revisor.

 

Ein erfolgreicher 28. Landesverbandstag in Pforzheim:
 
Neue Satzung, sachliche Diskussionen und schnelle Wahlen
 
Als höchstes Gremium innerhalb des Landesverbandes der Gartenfreunde BadenWürttemberg trifft sich der Landesverbandstag alle vier Jahre. Diesmal wurden im   September in Pforzheim die Weichen für die Zukunft gestellt. Einigkeit herrschte bei den Personalfragen. Ohne Gegenstimme wurde die Führungsriege mit Präsident Klaus Otto (Backnang), Vize-Präsident Rolf Hurlebaus (Schwäbisch Gmünd), Schatzmeisterin Hannelore Aigner (Göppingen) und Schriftführerin Jutta Kerler (Hattenhofen) in ihren Ämtern bestätigt. Weitere wichtige Schritte, wie die Satzungsänderungen oder eine langsam eingeführte Anpassung der Beiträge, wurden nach sachlichen und konstruktiven Diskussionen von der großen Mehrheit der 74 Delegierten mitgetragen.    
 
Bereits im öffentlichen Teil gab’s wenig „Smalltalk“, vielmehr interessante Beiträge.  Pforzheims Oberbürgermeister Boch sah in seinem Grußwort als „Hausherr“ bei der morgendlichen Festveranstaltung das Thema „Garten“ im Aufwind, was neben den beiden „Urban Gardening“-Initiativen im Stadtgebiet auch die langen Wartelisten für einen Kleingarten zeigten.
 
Stefan Grundei als Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde in Berlin beglückwünschte den Landesverband Baden-Württemberg, weil dieser so funktioniert, wie sich der Bundesverband das wünscht: Als Dienstleister für seine Mitglieder, indem er intensive Kontakte zur Politik pflegt, Vernetzung mit anderen Verbänden sucht und sich im Bundesverband kritisch, aber immer konstruktiv einbringt.
 
In seiner Eigenschaft als Vizepräsident des Eigenheimerverbandes Deutschland betonte Rechtsanwalt Ralf Bernd Herden, die große Bedeutung des „Häuslebauers“ für die Gesellschaft. Dieser investiere sein Geld nicht in vorübergehende Vergnügungen, sondern in nachhaltigen Wohnungsbau, der letztendlich allen zugutekomme. Manfred Neumann dankte als 2. Vorsitzender des Bezirksverbandes dem an der Festveranstaltung teilnehmenden 1. Vorsitzenden Manfred Zoch für seine menschliche und ausgleichende Amtsführung über viele Jahre. Unter Beifall stellt er fest: „Durch Dich wurden wir wieder zu Gartenfreunden.“
 
Dr. Hans-Ulrich Rülke (MdL), Vorsitzender der FDP/DVP-Landtagsfraktion, begann seine Festansprache mit der Feststellung, dass Baden-Württemberg das Land des Ehrenamtes ist: Von 11 Millionen Einwohnern seien 4 Millionen ehrenamtlich aktiv und übernähmen gesellschaftliche Verantwortung: „Vieles, was Ehrenamtliche leisten, kann von der Politik nicht geleistet werden.“ Seine kritische Sicht der auch kostenaufwendigen „Zwangsbegrünungsvorgaben“ im Baurecht untermauert er mit der Feststellung, dass Kleingartenanlagen als öffentliche und großflächige grüne Inseln im Stadtgebiet wesentlich effektiver sind. Neben der Naturerziehung von Kindern und Jugendlichen betont der Landtagsabgeordnete die Integration als wichtige Aufgabe der Vereine und rekapituliert die Geschichte der erfolgreichen Zuwanderungsbewegungen in die Bundesrepublik.
 
Mit deutlichen Worten sprach Rülke das neue Datenschutzrecht an, das die ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen erschwert. Für ihn unverständlich ist, dass Strafmaßnahmen bei Vergehen nur für Wirtschaftsunternehmen und Vereine vorgesehen sind, nicht aber für
staatliche Institutionen. Für vom Gesetzgeber nicht vorhergesehene Probleme müssten sinnvolle Lösungen erarbeitet werden. Dafür sicherte der Liberale seine Unterstützung zu. In diesem Punkt will der Landesverband der Gartenfreunde Hans-Ulrich Rülke beim Wort nehmen. Nämlich bei der Fragestellung, ob Funktionsträger wie Obleute oder Festorganisatoren, die von den Mitgliedern zur Arbeitsorganisation oder für Notfälle nur ohnehin öffentlich verfügbare Kontaktdaten wie Telefonnummern haben, auch als „Datenumgangsberechtigte“ einzustufen sind. – Sollte dies der Fall sein, müssten viele – vor   allem größere – Vereine einen Datenschutzbeauftragten ernennen, was mit erheblichem personellem Aufwand sowie weiteren Kosten verbunden wäre. Was wiederum wohl die Einstellung vieler Vereinsaktivitäten zur Folge hätte.
 
Ein weiterer Kernpunkt der nachmittäglichen Mitglieder- und Delegiertenversammlung war die Verabschiedung der neuen Satzung, die bei der Landesverbandsausschusssitzung im Mai dieses Jahres ohne Einwendungen Kenntnis genommen wurde. In einer sachlichen und konstruktiven Arbeitsatmosphäre wurden verschiedene Punkte diskutiert. Beispielsweise über die Hilfsmöglichkeiten des Landesverbandes bei Problemen, die von einem Verein selbst nicht gelöst werden können und dessen Weiterbestand gefährden. Schließlich wurde eine von der großen Mehrheit der Bezirke getragene Formulierung gefunden. Allerdings wäre der optimale Zeitpunkt für dieses „Feilen“ die Ausschusssitzung im Frühjahr gewesen, trotzdem konnte in Pforzheim durch intensivem Austausch eine deutlich mehrheitsfähige Lösung gefunden werden. 
 
Ebenso wurde über eine ein- oder zweimal jährliche Mitgliedermeldung ausgiebig diskutiert: Eine zweimalige Meldung eröffnet den Vereinen die Möglichkeit, Neumitgliedern relativ zügig einen Mitgliedsausweis zukommen zu lassen. Dadurch kann das Neumitglied die Vergünstigungen dank des Ausweises früher nutzen. 
 
Steigende Kosten treffen auch den Landesverband. Recht zügig wurde daher nach leichter Modifikation der Antrag von Vizepräsident Rolf Hurlebaus angenommen, beginnend mit dem Jahr 2022 so lange alle vier Jahre den Mitgliedsbeitrag um drei Euro zu erhöhen, bis die wirtschaftliche Situation des Landesverbandes eine Änderung erfordert oder zulässt. Und nachdem die Delegierten darüber informiert wurden, dass in der Vergangenheit bei jedem Landesverbandstag eine moderate Beitragserhöhung beschlossen wurde – nur eben 2010 nicht – und daher die letzte Mitgliedsbeitragserhöhung 2014 mit fünf Euro überproportional hoch ausfallen musste, um bis 2022 den Landesverband trotz einiger Austritte finanziell absichert, wurden keine Einwände mehr geäußert.
 
Informiert wurden die Landesverbandstagsteilnehmer ebenso über die Höhe des vom Landesverband erhobenen Partnermitgliedschaftsbeitrages von vier Euro und den Zuschlag von drei Euro auf den Mitgliedsbeitrag von 13 Euro wegen des höheren Betreuungsaufwandes für neu in den Landesverband direkt aufgenommene Einzelvereine.
 
Über die Tätigkeiten der Vorstandschaft und den verschiedenen Gremien war den Delegierten eine über 70seitige Broschüre, so dass langatmige Rechenschaftsberichte nicht nötig waren. Rückfragen zu den Berichten gab es nicht, die Anwesenden zeigten sich mit der Arbeit des Präsidiums einverstanden. Unter der Leitung von Rechtsanwalt Ralf Bernd Herden wurden die Jahresabschlüsse der Jahre 2017 bis 2017 ebenso einstimmig genehmigt wie die Entlastung des Vorstands und des Landesverbandsausschusses für die Jahre 2014 bis 2017. 

 Bestätigt wurden bei den Wahlen ohne Gegenstimme das Präsidium mit Präsident Klaus Otto (Backnang), Vizepräsident Rolf Hurlebaus (Schwäbisch Gmünd), Schatzmeisterin Hannelore Aigner (Göppingen) und Schriftführerin Jutta Kerler (Hattenhofen). Ebenfalls ohne Gegenstimmen wurde für die nächste Amtsperiode der Gesamtvorstand gewählt: Rolf Dettling (BV Tuttlingen), Eberhard Dismar (BV Böblingen), Helmut Losert (BV Mannheim), Manfred Neumann (BV Pforzheim) und Jürgen Wahl (BV Rastatt). Zu die Revision wurden von den Delegierten bestimmt: Monika Albert (BV Oberer Neckar), Heidrun Horn (BV Schwäbisch Gmünd), Dieter Scheider (BV Göppingen) und Henry Szafranski (BV Mannheim).
 
Die Frage nach Ort und Datum des nächsten Landesverbandstages wurde durch die Bereitschaft des Bezirksverband Mannheim schnell beantwortet: Dieser findet am 24. September 2022 in Mannheim statt.