... Über uns

Der Bezirk der Gartenfreunde Schwäbisch Gmünd e.V.

 

In den 20er und 30er Jahren entstanden im Stadtgebiet Schwäbisch Gmünd zahlreiche Kleingärten als einzelne Verpachtungen der Stadt und Hospitalverwaltung. Die Einzelpächter waren nicht in Vereinen organisiert. lediglich Pächter der Hummel und Kothenwiesen organisierten sich zu einem Verein und schlossen bereits 1932 mit der Stadt Gmünd den ersten Pachtvertrag für Ihre Gesamtanlage ab.

 

In den Jahren des zweiten Weltkrieges ergab sich die Notwendigkeit noch mehr Kleingartengelände nutzbar zu machen und vor allem zur Beschaffung von Sämereien, Düngemittel und Gartengeräten eine Organisation zu gründen.

 

Aus diesem Grunde wurde von Studienrat Hans Kolb am 12.Februar 1943 die Kreisgruppe Schwäbisch Gmünd der Kleingärten e.V. im Landesverband Württemberg-Hohenzollern der Kleingärter e.V. gegründet. Die beabsichtigte Eintragung der Bezirksgruppe ins Vereinsregister wurde abgelehnt, weil hinter Ihr keine Vereine standen .

 

Aus dieser Notwendigkeit wurden dann 1944 die Ortsvereine Rappenwiese, Schapplachhalde und Schießtal gegründet. Es wurde beschlossen, die drei Vereine und die Bezirksgruppe ins Vereinsregister eintragen zu lassen. Der bereits bestandene Verein Hummel- und Kothenwiese , der spätere Ortsverein Ost, schloss sich der Bezirksgruppe an. Im Jahr 1946 wurde die Dauerkleingartenanlage Schirenhof begonnen, aus der später der Ortsverein West entstand.

 

Mit Kriegsende hörte  jede Tätigkeit der Kleingartenorganisation auf. Am 13.September 1946 fand auf der ersten Bezirksausschußsitzung, im Gasthaus Grüner Baum in Gmünd, die Neugründung der Bezirksgruppe des Kleingärtnerbundes Schwäbisch Gmünd statt. Die bis dahin bestehenden Vereine hatten bereits 900 Mitglieder. Karl Stöffler wurde einstimmig zum Bezirksvorsitzender gewählt. Die Bezirksgruppe wurde ins Vereinsregister eingetragen.

 

Nach der Währungsreform und dem wirtschaftlichem Aufschwung ließ die Nachfrage nach Kleingärten nach. Die einsetzende Bautätigkeit räumen Zug um Zug mit den Grabeländern auf. Zäh und verbissen mußte die Bezirksgruppe mit der Stadtverwaltung verhandeln, um so weit wie möglich für die verlorengegangenen Gärten, Ersatzgelände zu erhalten.

 

Mit der Belebung der Bauwirtschaft entstanden vielerorts Klein- und Nebenerwerbssiedlungen, deren Belange oft schon im Aufbau vom Landesverband wahrgenommen wurden. Zur Rehnenhofsiedlung, die schon in den 30er Jahren entstand, kamen die Siedlungsgemeinschaften aus Bartholomä, Bettringen, Großdeinbach, Heubach, Lindach, Lorch, Pfahlbronn, Strassdorf und im Osten der Stadt Gmünd die Siedlung unterm Buch. Gerade die Siedler waren in Ihren Gemeinden die Träger des Kleingartengedankens, denn viele Kleingartenanlagen sind aus den Siedlervereinen hervorgegangen.

 

Zusätzlich zu den inzwischen sanierten und verbesserten Altanlagen (heutige Anzahl) -Gmünd-Ost (114) Gmünd-West (50), Schapplachhalde (40) Schießtal (56),- entstanden seit den 50er Jahren folgenden weitere Vereine: 1951 Grossdeinbach (56) , 1963 Strassdorfer Berg (67) , 1965 Heubach (39) 1967 Lindach (18) , 1967 Obstanlage Lorch (41), 1969 Stassdorf (40) 1971 Pfahlbronn (23), 1946 Lindenfeld (110) , 1975 Burgstalläcker (35) , 1975 Herlikofen (45) , 1986 Rehnenhof (30).

 

Aus den Nutzgärten von einst, sind heute vielfach Hobby und Freizeitgärten geworden. Der Gemüsegarten spielt häufig nur noch eine sekundären Rolle.

 

Der Garten bietet den Menschen -ob jung oder Alt - die Möglichkeit ihre Freizeit sinnvoll zu nutzen und eigene Aktivitäten zu entwickeln.

 

Zu diesen Aktivitäten gehört auch die Beteiligung an Siedler und Kleingartenwettbewerben. Die Vereine der des Bezirks konnten bei diesen Wettbewerben hervorragende Erfolge erringen. So wurde die Kleingartenanlage in Heubach, auf Bundesebene mit einem ersten Preis und einer Goldmedaille ausgezeichnet. Die Nebenerwerbssiedlung Bettringen errang 1994 beim Siedlerwettbewerb auf Landesebene einen ersten Preis.

 

 Allen Siedlern und Kleingärtnern , die sich aktiv für die Gemeinschaft der Gartenfreunde eingesetzt haben , gebührt für ihr Engagement, Dank und Anerkennung. Besonderer Dank  gilt auch allen die  ehrenamtlich in den Vereinen tätig waren und sind. Allen voran dam langjährigen Bezirksvorsitzenden Karl Stöffler, der dieses Amt von 1946 - 1972 inne hatte, sowie seinen Nachfolgern Josef Binder ( 1972 - 1977), Eugen Dambacher (1977 - 1991 ) , Waldemar Motulla (1991 - 1996 ) , Alois Semmler ( 1996 - 2004 )  Erika Führer ( 2004-2013 )  Markus Wiedmann (2013-2015), seit 27.03.2015 Rolf Hurlebaus

 

Stillstand ist Rückstand. Das man sich auf dem bislang erreichten nicht ausruhen kann, zeigt die Entwicklung der jüngsten Vergangenheit bei den Pachtpreisen und dem Kündigungsschutz. Das bisher erreichte mußte immer wieder verteidigt werden. Die Geschichte der Gartenfreunde war stets auch ein Spiegelbild des Zeitgeschehens. Im vergangenen Jahrhundert war dies die schlechte Wohn- und Wirtschaftsituation in den Industriegebieten um menschenwürdige Lebensbedingungen in den Städten bieten zu können, wurden Kleingartenanlagen geschaffen. In den beiden Weltkriegen waren die Versorgung der Bevölkerung mit Obst und Gemüse, sowie der Ertrag aus dem eigenen Gärten überlebensnotwendig . In wirtschaftlichen besseren Zeiten , tritt der Wunsch nach frischerer Luft, nach Sonne, Natur und Erholung im Garten stärker in den Vordergrund. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit , sowie heute, ist der Garten und die Gemeinschaft der Gartenfreunde, für viele Frührentner und arbeitslose ein sinnvolles soziales Betätigungsfeld. Auch die Städtebauliche und Umweltpolitische Bedeutung der Siedlungen und Kleingärten sollte nicht übersehen werden.

 

Die Bezirksgruppe der Gartenfreunde hofft auch in Zukunft auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit den Ämtern unserer Städte und Gemeinden.